Klassik Freitag 02.03.2018 - Martinskirche, Basel

«Messe in h-Moll»

«Das grösste Kunstwerk, das die Welt je gesehen hat» – so äusserte sich anno 1811 Carl Friedrich Zelter nicht etwa über das Bildnis der Mona Lisa, sondern über Bachs kirchenmusikalisches opus magnum, das heute unter dem Namen «Messe in h-Moll» bekannt ist. Wie aber kam es, dass der protestantische Leipziger Thomaskantor sein Vokalschaffen ausgerechnet mit einer lateinischen «grossen catholischen Messe», so der Werktitel im Nachlassverzeichnis seines Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach von 1790, krönte? Diese Frage ist bis heute offen. Die monumentale Anlage der Messe in h-Moll sprengt jedenfalls den Rahmen sowohl des katholischen als auch des protestantischen Gottesdienstes dieser Zeit. Doch sie kann fraglos als «summa» von Bachs kirchenmusikalischen Schaffens gelten. Kyrie und Gloria entstanden bereits 1733 als Missa brevis. Bach erweiterte sie 1748/49 zur Missa tota durch Credo, Sanctus und Agnus Dei zum kompletten Messzyklus. Dabei integrierte er nicht nur ein Sanctus, das er ein Vierteljahrhundert zuvor für einen Weihnachtsgottesdienst komponiert hatte, sondern griff bei der Mehrzahl der anderen Stücke auf Kantatensätze aus verschiedenen Schaffensperioden zurück. Dennoch ist die Messe in h-Moll weit mehr als eine «best of»-Kompilation. Denn zum einen komponierte Bach auch neue Musik und bearbeitete zum anderen die vorhandenen Vorlagen, so dass sie zu Bausteinen eines Gesamtwerkes wurden, das den theologischen Gehalt der Messtexte Klang werden lässt. «Das grösste Kunstwerk der Welt» sehen? Das ginge – die Partitur aus Bachs Feder ist in der Staatbibliothek zu Berlin aufbewahrt. Doch dieses Kunstwerk muss man hören, immer wieder neu. Beste Gelegenheit dazu bietet seine erste Aufführung durch La Cetra Barockorchester und Vokalensemble Basel unter der Leitung von Andrea Marcon, aus dessen Reihen auch die Solistinnen und Solisten stammen

Wann

02.03.2018, 19:30 Uhr

Wo

Martinskirche, Basel

Veranstaltungsort

Martinskirche

Martinskirchplatz 4

4051 Basel

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